Rausch und Terror – Bommi Baumann – Lesung im Hanf Museum in Berlin

Medienprojekt PSI-TV präsentiert eine Videodokumentation der Lesung und Diskussion mit Bommi Baumann aus seinem neuen Buch „Rausch und Terror“ im Hanf Museum in Berlin.

„Ein Buch über die Architektur des Drogenkapitalismus und die Zerstörung der radikalen Linken durch Heroin – ein politischer wie persönlicher Erlebnisbericht“

Aus der Ankündigung:

Bommi Baumann liest “Rausch und Terror”

24.4.2010 – 19 Uhr im Hanf Museum Berlin:
Bommi Baumann liest aus seinem Buch “Rausch und Terror” über Lebensabschnitte zwischen Drogen und militanter Politik.

“Bommi” – der, der Name sagt es bereits, Sprengstoffexperte der “Bewegung 2. Juni” erlebte während der Schießerei bei einer Verhaftung mit, wie Georg von Rauch erschossen neben ihm zusammenbrach. An dem Punkt war Bommi draußen. Und zwar richtig. Er floh aus Deutschland und zog Jahre durch den Nahen Osten.

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Wir haben hier verschiedene Formate zur Verfügung gestellt:

Relevante Weblinks

Über den Referenten

Michael „Bommi“ Baumann (* 1948 in Berlin-Lichtenberg) ist ein Buchautor und ehemaliges Mitglied der Bewegung 2. Juni. Baumann bekam in den 1960er Jahren Kontakt zur Westberliner Studentenbewegung und zur Kommune I. Durch verschiedene Erfahrungen mit Polizei, Medien und Behörden radikalisierte er sich zunehmend. Der Tod von Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967 prägte ihn nachhaltig. Danach begann er, Sachbeschädigung als Mittel in den politischen Kampf einzubeziehen. Als Arbeiter mit praktischer Berufserfahrung legte er anders als viele intellektuelle Studenten im SDS großen Wert auf die „direkte Aktion“ und den praktischen „Kampf in den Metropolen“ als flankierende Unterstützung für Guerillakämpfe in der Dritten Welt. Später schloss sich Baumann mit seinem Freund Georg von Rauch dem Zentralrat der umherschweifenden Haschrebellen an, der sich später mit anderen Organisationen zur Bewegung 2. Juni zusammenschloss. Bei der „Umsetzung“ eines gestohlenen – und von der Polizei beobachteten – Fahrzeugs vom Berliner Winterfeldtplatz versuchte die Polizei, von Rauch festzunehmen. Dieser wurde dabei erschossen. Dies bewegte Bommi Baumann dazu, sich von der Stadtguerilla-Szene zu verabschieden. Doch er wurde als Mittäter polizeilich gesucht. Ab 1972 begann seine Flucht in verschiedene Länder, unter anderem nach Syrien, Iran, Afghanistan und Indien. Als nach der deutschen Wiedervereinigung Dokumente der DDR durch die Gauck-Behörde zugänglich gemacht wurden, wurde bekannt, dass Baumann 1973 im Auftrag der DDR-Staatssicherheit einen 125-seitigen handgeschriebenen Bericht über insgesamt 94 Personen des bewaffneten Kampfes verfasst hatte; Überfälle, Anschläge, Waffenkaliber, sexuelle Präferenzen wurden aufgeführt. Darüber hinaus existieren 165 Seiten Vernehmungsprotokolle. Innerhalb von sechs Wochen hatte Baumann insgesamt 114 Stunden lang sein Insider-Wissen weitergegeben.

In dem Buch Rausch und Terror, seinem 2008 erschienenen „politischen Erlebnisbericht“, bekennt Baumann, von 1967 bis 1993 opiatabhängig gewesen zu sein. Seiner Auffassung nach folge der nach den Attentaten vom 11. September 2001 ausgerufene „Krieg gegen den Terror“ dem Ende der 1960er Jahre begonnenen „Krieg gegen die Drogen“ und schaffe „eine Gesellschaft der Angst“. Im Juni 2011 gab er im Prozess gegen Verena Becker an, seinen Drogenkonsum 2008 wieder aufgenommen zu haben, und begründete dies: „Irgend’n Hobby hat schließlich ’n jeder“.

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