Musikalische Stimmungen und die Psychonautik – Hans Cousto – Klangwirkstoff 2013

Musikalische_Stimmungen_und_die_Psychonautik_-_Hans_Cousto_-_Klangwirkstoff 2013_thumbReferat von Hans Cousto: Musikalische Stimmungen und die Psychonautik

Klangwirkstoff – Klang und Schamanismus

27.09.2013, Ritter Butzke Berlin – Klangwirkstoff Records & Separated Beats. Videokunst von Claude – trigger.ch; Vorankündigung

Das menschliche Gehör empfindet eine Kombination von Tönen als wohlklingend oder harmonisch, das heißt zueinander passend, wenn die entsprechenden Obertonspektren eine hohe Korrelation aufweisen und somit das neuronale Anregungsmuster im Innenohr eine hohe Ordnung aufweist . Dann wird ein Klangeindruck als angenehm oder richtig gestimmt empfunden. Da harmonische Obertonreihen in der Natur allgegenwärtig sind, bevorzugt unser Gehör Intervalle mit einfachen Frequenzverhältnisssen, da hier die Obertonreihen der beteiligten Töne teilweise zusammenfallen. Beispiele sind die Oktave (2:1), die Quinte (3:2) und die Quarte (4:3), die in allen Musikkulturen eine zentrale Rolle spielen.
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Die Stimmkunst ist eine hohe Kunst mit einer langen Tradition — nicht nur in Europa. Die oder der Stimmende lernt beim Stimmen sukzessive immer mehr kleine — ja allerkleinste — Unterschiede zu hören und trainiert dabei sein Gehör. Wer in der Stimmkunst geübt ist, hört auch in der Alltagswelt mehr Unterschiede und nimmt dadurch seine Umwelt differenzierter wahr. Und wer seine Umwelt differenzierter wahrnimmt, der kriegt mehr mit vom Leben.

Das gleiche gilt auch für die Psychonautik. Die Einnahme von psychotrop wirkenden Substanzen verändert die Wahrnehmung. Mit jeder neu eingenommenen Substanz zeigt sich eine neue Facette der Welt, ein neues Weltbild tritt in Erscheinung. Durch die Einnahme von Stoffen wie LSD, Psilocybin oder DMT erweitert sich die eigene Weltanschauung, die Wahrnehmung wird umstrukturiert und das Erkennen und Empfinden von Dingen erscheint zuweilen in einem völlig neuen Licht, ja es rücken neue Aspekte des Daseins in den Fokus des Interesses.

Drogenmischkonsum im Sinne der Psychonautik ist ein Kunst, die erlernt werden muss, wenn man die dabei einhergehenden Risiken minimieren und den Genuss dabei optimieren will. Es ist wie beim Kochen, man muss die Wirkung respektive den Geschmack der einzelnen Zutaten genau kennen, um eine gute und bekömmliche Speise zu kreieren. Nimmt man von einem Gewürz zu viel oder zu wenig, dann schmeckt die Speise nicht. Genauso ist es beim Drogenmischkonsum, nimmt man von einer Substanz die falsche (eine zu hohe oder zu tiefe) Dosis, dann wird die psychedelische Reise kein Genuss, sondern kann von unangenehmen und schrecklichen Nebenwirkungen geprägt sein.

Beim Stimmen von Instrumenten ist es übrigens genau so. Ist ein einziger Ton zu hoch oder zu tief gestimmt, dann sind bestimmte Intervalle so unrein, dass die gesamte Musik, die auf dem
Instrument gespielt wird, kein Genuss mehr ist, sondern unangenehm und schrecklich klingt.

In seinem Vortrag wird Hans Cousto von seinen Erfahrungen mit der Kunst des Stimmens sowie mit der Psychonautik erzählen und darüber berichten, wie beide Bereiche — sowohl zeitversetzt als auch zeitgleich — seine Wahrnehmung verändert respektive erweitert haben und so zu einem höheren Genuss und einer gesteigerten Lebensfreude geführt haben.

Weitere Hintergrundinfos zum Referat: Download: pdf

Über die Referenten

Hans Cousto ist Mitglied und Mitbegründer von Eve&Rave, dem Verein zur Förderung der Technokultur und Minderung der Drogenproblematik. Er hat mehrere Bücher zur Musiktheorie und zur Drogenthematik verfasst. Eigentlich ist er Mathematiker und Musiker. Diese besonderen Verbindungen haben ihm mit der sog. „Kosmischen Oktave“ unsterblich gemacht.

Video Download

Wir haben hier verschiedene Formate und eine Onlinevideoversion zur Verfügung gestellt:

Online Video

Kontakt:
Medienprojekt PSI-TV: www.psi-tv.de – info@psi-tv.de
Klangwirkstoff Records: www.klangwirkstoff.de – info@klangwirkstoff.de

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